Herkömmliche Behandlungsmethoden
Ob eine Behandlung sinnvoll bzw. erforderlich ist, hängt von der Ausprägung der Krampfadern und vor allem von den Symptomen ab. Kompressionsstrümpfe oder -verbände vermindern den Reflux und die Symptome. Damit kann die Zunahme der Krampfadern verzögert werden.
Bei der «Sklerotherapie» werden irritierende Substanzen, z. B. Glyzerin oder Alkohol (in flüssiger Form oder als Schaum), in Krampfadern injiziert. Dies bewirkt eine lokale Entzündung, was zum Verschluss und schliesslich zum Verschwinden der behandelten Venen führt.
Symptomatische Varizen werden bisher meistens operativ entfernt durch eine Kombination von «Stripping» und «Phlebektomien». Beim «Stripping» werden Reflux führende Stammvenen durch eine Inzision in der Leiste frei gelegt, mit einem Draht aufgefädelt und aus dem Körper herausgezogen. Als«Phlebektomien» bezeichnet man die Entfernung von Venenästen mit Hilfe von Metall-Häkchen über etwa 1 mm kleine Hautschnitte.
Neuere, sog. "endovenöse" Behandlungsmethoden sind weniger invasiv und machen das "Skalpell" des Chirurgen oft überflüssig.
Neu: Kontrollierte Erhitzung erkrankter Stammvenen mit ClosureFast
Beim seit etwa 10 Jahren bekannten „Venous Closure“ Verfahren wird die schadhafte „insuffiziente“ Stammvene durch Erhitzung unmittelbar zum Schrumpfen und im Laufe von Monaten zum Verschwinden gebracht. Closure verursacht weniger Schmerzen als das konventionelle Stripping und auch weniger als die „Endovenöse Laser Therapie“. Ein Nachteil von Closure war bisher aber ein zu grosser Zeitaufwand.
Seit Anfang 2007 konnten wir – lange Zeit exklusiv für die Schweiz – ClosureFast anbieten. Diese Weiterentwicklung kombiniert die fast schmerzlose Behandlung von Closure mit der Speditivität einer Lasertherapie. Nach einer grossen klinischen Studie im Sommer und Herbst 2006 unter Leitung von Thomas Proebstle, damals auf einer Professur für Phlebochirurgie an der Universität Heidelberg, hatten vier Fünftel von 100 behandelten Patienten überhaupt keine Beschwerden. Dies bedeutet eine markante Verbesserung gegenüber allen bisherigen Verfahren. Dr. Proebstle, der zwischenzeitlich eine Professur für Dermatologie an der Universität Pecs in Ungarn inne hat, hat die Anwendung von ClosureFast an der Klinik Hirslanden von Anfang an begleitet.
Ablauf einer Behandlung mit ClosureFast
Der Aufenthalt beim Arzt dauert ein bis zwei Stunden. Die erweiterte Vene (meistens die V. saphena magna) wird unter Ultraschall-Kontrolle punktiert. Durch die Punktions-Stelle wird ein spezieller Katheter in der Vene bis zur Leiste vorgeschoben – ebenfalls unter Sicht im Ultraschall. Vor der eigentlichen Behandlung wird das Gewebe in der Umgebung der Vene mit stark verdünnter Lokal-Anästhesie unempfindlich gemacht. An der Spitze des Katheters wird dann die erkrankte Stammvene auf einer Länge von 7 cm durch Radiowellen erhitzt. Der Vorgang dauert 20 Sekunden, danach wird der Katheter um diese Strecke zurückgezogen und der nächste Zyklus beginnt.
Die Behandlung führt zu einer irreversiblen Schädigung Schrumpfung der Vene. Innerhalb einiger Monate verschwindet sie durch den Umbau des Gewebes vollständig.
Nach ein bis zwei Wochen folgt die Behandlung allfälliger dann noch sichtbarer Astvarizen durch Sklerotherapie (Verödung) oder Phlebektomie.
Publikationen zu ClosureFast
Eine Sondernummer der Zeitschrift Endovascular Today befasst sich überwiegend mit ClosureFast. Besonders hingewiesen sei auf Artikel auf S. 7 (Alan Lumsden et al.) und S. 12 (Thomas Proebstle).
Stripping oder ClosureFast?
Bei ClosureFast genügt eine lokale Betäubung durch "Tumeszenz-Lokal-Anästhesie". Schnitte in der Leiste und am Bein entfallen und damit auch mögliche Wundkomplikationen und Lymphabfluss-Störungen. In kosmetischer Hinsicht ist ClosureFast dem Stripping ohnehin überlegen. Schmerzhafte Blutergüsse (Kanalhämatome), wie sie nach Stripping nicht selten sind, kommen nach ClosureFast kaum vor. ClosureFast verursacht daher weniger Schmerzen und die Patienten können früher zu ihrer gewohnten Tätigkeit zurückkehren. Die Nachbehandlung ist einfach und auch in der warmen Jahreszeit zumutbar. Sie beschränkt sich auf Oberschenkel-Kompressionsstrümpfe während 8 Tagen.
Und die Kosten?
Die Helsana-Gruppe übernimmt aktuell die Kosten für endovenöse Behandlungen von Krampfadern mit dem ClosureFast Verfahren für Versicherte mit einer Spital-Zusatzversicherung "halbprivat" oder "privat". Zur Helsana Gruppe gehören Avanex, Progrès, Sansan und Aerosana.
Von einigen weiteren Versicherungen, u.a. Sanitas und Wincare, werden die Kosten für ClosureFast bei halbprivat und privat Versicherten in der Regel übernommen.
In Grossbritannien steht die Option ClosureFast neuerdings auch allgemein Versicherten zur Verfügung.
Bei Patienten der Helsana-Gruppe werden die Kosten direkt mit der Versicherung abgerechnet. Bei allen anderen Patienten werden sie dem Patienten in Rechnung gestellt, ca. 3200 CHF für die Behandlung einer einseitigen Stammvarikose bzw. 5500 CHF für beide Beine. Freilich wird nicht jedermann diese Kosten selber tragen können oder wollen. Deshalb ist das Verfahren insbesondere für Freiberufler und anderweitig stark engagierte sowie für kosmetisch anspruchsvolle Patienten und Patientinnen interessant.
Fazit
Heute stehen für die Behandlung der Varikose verschiedene geeignete Verfahren mit leicht unterschiedlichen Vor- un Nachteilen zur Auswahl. Unsere grosse Erfahrung bei Diagnostik und Therapie von Krampfadern sowie Vertrautheit mit allen relevanten Methoden bietet die beste Gewähr, den verschiedenen Befunden, aber auch individuellen Wünschen unserer Patienten gerecht werden.
Siehe auch
Venenzentrum am See.